Landfrauenverein 
 St.Gallenkappel 
, Rüegg Martina

Vereinsausflug

Unsere diesjährige Vereinsreise führte uns am Donnerstag, 4. September 2025 ins Rheintal.

Reisebericht von Nadja Küttel

Am Morgen des 4. Septembers stiegen 16 gut gelaunte Frauen im Unterdorf in den Linthbus, mit dem Ziel, irgendwie ins Rheintal zu gelangen. Damit den Landhühnern kein Huhn abhanden kommt, bei unserer Reise mit viel umsteigen, wurden laminierte Abfahrts & Ankunftszeiten verteilt. Um uns die Zugfahrt zu verschönern, wurden wir mit einem Gläschen «Hugo» bei bester Laune gehalten.

Nach etlichem Umsteigen und längerem Warten auf den Anschlusszug, der ausfiel, kamen wir mit 30-minütiger Verspätung im Restaurant Rathaus in Altstätten an, wo uns Kaffee & Gipfeli erwarteten.

Im Eiltempo ging es auch schon weiter mit dem Bus, der uns nach Oberriet brachte. «Der Chauffeur brauchte Nerven… mit dem lauten Gegacker der Frauen». Nach einem kurzen Spaziergang erreichten wir das «Alts Füürwehrdepot», wo uns im Garten ein kühles Glas Wein zum Apéro serviert wurde. Im Anschluss begaben wir uns in das, sooo schnuggelige, heimelige mit viel Liebe zum Detail eingerichtete Stübli, wo wir einen leckeren Gruss aus der Küche, feinen Hauptgang und Dessert serviert bekamen.

Im ganzen Stübli… davor und drin, erblickten wir immer wieder originelle Sprüche wie: «Das Herz eines Freundes ist die Wohnung für die Seele» oder «Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens».

Auch diejenigen die auf das stille Örtchen mussten, erwartete eine Überraschung… Beim ersten Anblick dachte Frau: «Gibt es das wirklich in der heutigen Zeit noch… ein Plumpsklo und statt Hakle nur Zeitungsfetzen???» Öffnete man den Deckel, verbarg sich eine richtige Toilette darunter und natürlich gab es auch WC-Papier.

Wohl gestärkt ging es wieder zu Fuss zurück an die Haltestelle, wo uns der Bus direkt nach Balgach brachte.

In dieser Ortschaft gibt es etwas versteckt in einem Quartier zwischen grossen Neubauten ein kleines unscheinbares älteres Haus mit Anbau und zwei Containern davor. Dieses Anwesen gehört René Tanner; er ist der einzige Sockenmacher noch in der ganzen Schweiz. René führte uns in sein kleines Reich, das sehr gut bestückt ist mit teuren Maschinen. Er zeigte und erklärte uns voller Stolz, wie seine Sockenmaschinen funktionieren. So eine Maschine produziert in einer Stunde 7 Paar Socken mit Schriftzug und/oder Muster drauf; wenn es nur Uni Socken sind sogar 10 Paar in einer Stunde.

Hauptsächlich produziert er Socken auf Bestellungen von Firmen, die ihr Logo auf den Socken möchten. Bei den Mustern sind fast keine Grenzen gesetzt, ob nur Schriftzug oder Wappen, Sujets oder sogar Scherenschnittmotive, alles ist möglich. René zeichnet alles selber am Computer nach Wunschvorlage. Für die Gefängnisse produziert er auch Socken… sein Zitat: «Auch die grössten Schlunggis tragen Tanner Socken».

Aus einem Kilo Garn werden ca. 40 Socken gefertigt, im Jahr produziert René Tanner 25`000 Paar Socken in seinem 1 Mann Betrieb.

Nach den interessanten Erzählungen durften wir uns noch im Container, der als « Lädeli» dient, mit Socken eindecken. Danach ging es auf direktem Weg fast ohne Umsteigen heimwärts.

Vielen lieben Dank an Heidi und Theres für das Planen & Organisieren des Ausfluges; es war wieder einmal mehr ein mit vielen Eindrücken sensationeller, schöner Landfrauenausflug.